Posted by: Christopher on: 25. Juni 2008
Als Lektüre für besondere Orte lese ich gerade ein Buch über Franz von Assisi. Dass dieser Mönch eine bewegende Biographie hat und in einer Menge Fragen als äußerst vorbildlich gelten kann, das wusste ich ja vorher auch schon. In “geliebte Armut” gibt es dermaßen befremdliche Beiträge dass ich manchmal nicht mehr nur irritiert bin, sondern geneigt bin, die brütende Sonne in der Toskana in die Interpretation einfließen zu lassen.
Die ultimative Aufforderung an die Mitbrüder, gänzlich ohne Geld zu leben (mit genau einer medizinischen Ausnahmeindikation), das Entsagen jeglicher übergeordneten Arbeit und stattdessen das ausschließliche Einreihen an der niedersten Stelle und nicht zuletzt das intensive Zwiegespräch mit Schwester Natur geht mir doch eher schwer runter.
Und trotzdem fordert es mich heraus. Mal auf das “Warum?” meines Gegenentwurfs zu sehen. Mal einen Augenblick zu durchdenken, was mich treibt (und was mich letztlich auch so erzürnt-betroffen macht), dass ich Franz´s Entwurf für eine merkwürdige Utopie halte. Ein paar exemplarische Fragen dabei: Reicht das schmerzhafte Erleben von Diletantismus, Planlosigkeit und Halsstarrigkeit aus, um für immer das Paradigma des elitären ”Einfluss ausüben” zu verinnerlichen? Ist die heutige Ausschließlichkeit des urban-monetären Wertausgleichs eine willkommene Ausflucht, den direkten Austausch von Notwendigem und Erbaulichem zu torpedieren und doch heimlich unsichere “Sicherheiten” zu schaffen?
Erkenntnis des Tages: Zu einem Franziskaner würde ich nicht taugen. Aber begegnen möchte ich schon mal einem. Das kann meinen Horizont nur nachhaltig erweitern.
27. Juni 2008 um 12:43
nach deinem Blog-Eintrag möchte ich auch mal was begegnen und zwar einem Fremdwörterbuch. *Schande über mein Haupt*
LG nach zu Hause