Posted by: Christopher on: 17. August 2008
Heute werde ich über dieses biblische Top-Ten-Zitat aus Prediger 3 predigen. Und wie bei vielen Predigten zuvor, sind die ersten Aha-Erlebnisse auf meiner Seite. Nicht, dass ich diesen Abschnitt bisher sträflich vernachlässigt hätte, aber in der ausführlicheren Auseinandersetzung liegt eben doch ein großer Schatz.
Bisher war mein Verständnis dieses “Alles hat seine Zeit” eher oberflächlich, eben, wie man es gerade brauchen konnte. Schicksalsergeben hat mich dieser Text nie gemacht, allerdings schon offen für Überraschungen und die Einsicht, das unsere irdische Existenz erschreckend endlich ist.
Was also war das “Neue” bei der aktuellen Bearbeitung? Nun, zum Einen existentieller! Sechs Wochen vor Auslaufen des aktuellen Arbeitsvertrages (gegenwärtig) ohne direkten Anschluss, das macht Endlichkeit manchmal bedrückend plastisch und lässt sie umgekehrt auch wieder “hoffnungsvoll” erscheinen.
Zum Anderen finde ich es philosophisch einen sehr interessanten Aspekt, unter wieviel Relativität unsere Versuche, das Leben zu verstehen, stehen; naturwissenschaftlich finde ich enorm spannend, dass wir zwar bis in die Tiefen des menschlichen Genoms vordringen können, bei allem Forschungsdrang doch den 24 Stunden eines Tages unterworfen sind und daran schlicht garnichts ändern können und “Sicherheit” allenfalls eine schöne Illusion ist.
Und in diese Verunsicherung hinein srömt dann die erfrischende Aufforderung, fröhlich zu sein, sich nicht zu sorgen (eben Hakuna Matata: es gibt keine (dauerhaften) Probleme), weil alles Sorgen und aller Ernst an der Beschaffenheit unseres Alltags rein garnichts ändern. Nicht nihilistisch-fatalistisch, sondern vertrauens- und hoffnungsvoll, weil sich der Urheber dieses “Umweges” ansatzweise in Allem und vollständig in Christus offenbart und damit die Hinfälligkeit aktuell-menschlicher Befindlichkeit unterstreicht.
Daher ist die Konkretion des “Alles hat seine Zeit” nicht mehr, dass sich für alles Erhoffte schon irgendwo im Kalender ein Plätzchen findet, sondern dass Gottes Ewigkeit einen kollosal anderen und unbedingt hoffnungsvollen Schlüssel für das Verständnis des Alltags liefert.
17. August 2008 um 1:16
Danke Christopher, gute Gedanken! Es scheint zurecht ein Top10 Zitat zu sein!