Quertreibende Screenshots in OneNote, die Ästhetik und Windows Ink

Oder: Warum wir manchmal um die Ecke denken sollten.

OneNote ist seit Jahren für mich, was die Moleskine-Kladden wohl für Hemingway waren. Der perfekte Ort für so ziemlich alle Ideen und Notizen.

Freilich gibt es immer mal so Momente, in denen ich an Format-Probleme stoße. Da ich die meiste Zeit mit meinem ThinkPad Yoga im Laptop-Modus arbeite, ist die Grundorientierung 16:9.

Ein schneller Screenshot (wenn ich mal nicht per WINDOWS – SHIFT-S nur einen Bereich ausschneide, oder Clip to OneNote ganze Webseiten ablichte) und das Seitenformat ist gesprengt. OneNote stört das im Prinzip nicht, aber wenn ich die Seiten mal per Mail teile oder ausnahmsweise mal ausdrucken will, gibt es Probleme.

Und – ich bin ganz ehrlich – es stört mein ästhetisches Empfinden.

Heute kam ich durch Zufall auf eine einfache Lösung. Ich habe vor dem Screenshot einfach mein Display yogamäßig umgeklappt und das Ganze um 90° gedreht. Die Webseite gab sich ausgesprochen responsive und so hatte ich ein wunderbares Hochformat.

Einziges Problem: Die „Druck/PrntScrn“-Taste ist natürlich sicher deaktiviert und eingerastet. :-).

Und hier kommt nun Windows-Ink ins Spiel. Im Windows-Ink-Arbeitsbereich konnte ich einen Vollbildausschnitt machen und meine Notizen direkt auf diesen „editierbaren“ Screenshot machen. Das geht eben auch per Stift oder Finger.

Diesen Shot dann per teilen oben rechts an OneNote geschickt und mein Notizbuch bleibt auch ohne Miniaturisierung der Bilder gut in Form…

P.S. Nein, ich dokumentiere normalerweise keine Patchdays, habe das automatische Seitenformat eingerichtet und schaue keine A4 Hochformatseiten im Vollbildmodus an. Alles nur Illustration…

Microsoft Teams und das Dateimanagement

Microsoft Teams und das Dateimanagement

Ich arbeite ehrenamtlich in einem Gemeindegründungsprojekt mit, gewissermaßen einem kirchlichen Startup. Und auch, wenn das Großartige in diesem Team die Unterschiedlichkeit der Mitwirkenden ist und wir im Durchschnitt eher nicht so technikaffin sind, haben wir von Anfang an (seit 2014) eine ausgewogene analog/digital-Strategie gefahren. Analog leben, digital managen. So haben wir für Sitzungsagenden, Protokolle und Informationssammlung gleich von Beginn auf OneNote gesetzt, zunächst als Freigabe eines privaten Notizbuches, sehr bald dann mittels Office 365 auf SharePoint.

In diesem Jahr haben wir mit Microsoft Teams einen neuen Schritt gewagt und sind in die Chat-basierte Kommunikation eingestiegen. Gegenüber Slack, Messengern und Co. hier mit dem Vorteil der Integration unserer vorhandenen Datenbasis und Benutzerverwaltung.

Da wir unser ursprüngliches OneNote-Notizbuch sukzessive in die verschiedenen Teams aufgeteilt haben, haben wir ganz beiläufig auch ein Problem gelöst, dass sich angesichts der herannahenden DSGVO ergab, nämlich der Steuerung und Dokumentation, wer eigentlich auf welche Daten zugreifen kann. So können wir nun unkompliziert und niedrigschwellig neue Leute in Teams aufnehmen, ohne gleich immer alles für alle freizugeben. (Das wäre freilich auch über die Aufteilung in mehrere Notizbücher in OneNote machbar gewesen, aber die Einrichtung via Teams war geschmeidiger.)

Ein wirkliches Highlight in Teams ist der Umgang mit Dateien. Einfach im Chat mal eine Datei anhängen, schon ist sie im Datenverzeichnis dieses Teams dauerhaft auffindbar.

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Und als Mitglied in vielen Teams kann ich mir alle für mich freigegebenen Dateien auf einen Blick mit einem Klick auf Dateien anzeigen lassen, entweder nach Aktualität oder nach Speicherort…

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Blieb eigentlich nur der Wunsch offen, bestimmte Dateien zu erstellen, ohne sie vorher irgendwo zwischenzuspeichern und anschließend händisch hochzuladen, sondern sie unmittelbar ins richtige Verzeichnis zu speichern. Dank SharePoint auch kein Hexenwerk.

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Im SharePoint-Dokumentenverzeichnis des gewünschten Teams auf synchronisieren geklickt und über die OneDrive-App wird das Verzeichnis mit dem Dateisystem auf dem Computer verbunden. Übrigens inzwischen ohne den früher üblichen automatischen Download von allem, was dort gespeichert ist. Vielmehr werden die Dateien als verfügbar angezeigt, aber nur im Bedarfsfall (oder wenn man es ausdrücklich möchte) heruntergeladen.

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Hatte ich erwähnt, dass das allerbeste an allem ist, dass wir Dank Stifter-helfen.de diese Möglichkeiten fast zum Nulltarif bekommen? Als Non-Profit Organisation wurden wir als förderungswürdig anerkannt und können neben vergünstigten oder kostenlosen Microsoft-Produkten auch eine Vielzahl von anderen Produkten und Dienstleistungen stark verbilligt oder gratis in Anspruch nehmen.

Quo Vadis?

Quo Vadis?

Ich hatte nie Latein und kannte zuerst den gleichnamigen Film und erst später die Bedeutung dieser Worte. Nun aber frage ich mich dieses „Quo Vadis?“ im Blick auf unsere Gesellschaft und unser Land. Wohin geht die Reise? Wo gehen wir hin?

Die „Timelines“ meiner „Social Media Accounts“ (ich war zu bequem, das zu übersetzen) irritieren mich zusehends. Immer öfter lese ich da Worte, die mir schrecklich unreflektiert, parolenhaft oder schlicht „übernommen“ vorkommen. Ganz gleich aus welcher politischen oder ideologischen Richtung. Es wirkt auf mich, als würde man dort ein Gespräch führen wollen und hätte nur die Textbausteine eines Call-Centers für Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung. Mit dem Ergebnis, dass diese vermeintlich „sozialen Medien“ bisweilen zu „asozialen Medien“ mutieren. Man prangert an, wirft sich gegenseitig Behauptungen an den Kopf, versteht das Gegenüber in aller Regel nicht und fühlt sich dabei auch noch überlegen. Und was „im Netz“ passiert ist ja nur eine vergrößerte Projektionsfläche für das, was wir alltäglich denken und tun.

Aber was passiert mit einer Gesellschaft und einer Nation, in der man augenscheinlich verlernt, miteinander zu reden? Bei einem Paar folgt auf das fortgesetzte vorwurfsvolle Anschweigen oft die Trennung. Was ist die Entsprechung in der Gesellschaft? Fallen wir zurück in die Zeit der (ideologischen) Kleinstaaterei? Mit narrativen Schlagbäumen, die wir nur gegen Gesinnungsnachweis passieren dürfen? Oder ziehen wir uns immer weiter ins Private zurück? Und stumpfen für gesellschaftliche Themen und Partizipation zunehmend ab oder selektieren diese willkürlich und sprunghaft?

Und: Wenn uns dieses Szenario (in einem Anflug von Klarheit) wenig erstrebenswert erscheint, was tun wir, um eine andere Richtung einzuschlagen? Denn Besserwissen und Co. , hat noch nie  ein Gegenüber überzeugt. Allenfalls überrumpelt. Oder erschlagen. Wenn wir nun aber mal einen Konsens brauchen, um gemeinsam weiter zu kommen, wie müssten wir auf die Anderen zugehen, um nicht in die immergleichen und ergebnislosen Wortgeplänkel zu verfallen, sondern einander mal wieder wirklich zu begegnen?

Ich habe keine Lösung. Nur die eine Frage. Quo Vadis? Und die Hoffnung, dass wirkliche Begegnung alles verändert.