Das war schon ein echtes Highlight in meinem Berufsalltag. Der ganze Tag lief schon sehr angenehm, lauter netter Begegnungen und gute Gespräche. Dann kam der Abend mit dem, was früher Bibelstunde hieß und mit Weidenauer Akzent schlicht “Bibel & Leben” heißt.
Thematisch orientiert sich diese Veranstaltung am Hauskreismagazin, das seinerseits aber mit seinen Beiträgen und Gestaltungsvorschlägen sehr unterschiedliche Berücksichtung findet. Heute ging es um Kol 2. In der Lutherbibel ist das Kapitel mit “Warnung vor den Irrlehrern” überschrieben. Und allzu oft prägen diese (fragwürdigen) Überschriften ja sehr stark die Blickrichtung, in der die Interpretation dann läuft.
Nicht so heute. Stück für Stück wurde der Text erarbeitet und am Ende stand vielen der kanpp 20 Anwesenden die Überraschung ins Gesicht geschrieben: “Man, was haben wir uns unser Christsein und unser Leben in der Vergangenheit oft schwer gemacht” war die emotionale Zusammenfassung einer Teilnehmerin, als aufblitzte, dass, wenn man den Text wirklich mal ernstnimmt, das Leben nicht nur eine angstfreie Zone werden kann, sodern auch viele lange praktizierte gemeindliche Regeln und Normen einfach mehr als fragwürdig sind.
Und wenn man dann nach so einer Veranstaltung mit Leuten im Durchshnittsalter von mal mindestens 60 Jahren die Leute auf dem Gemeindeparkplatz ausgelassen über Halleluja-Zwiebeln, Reinlichkeitswahn und andere Merkwürdigkeiten christlicher Kreise feixen, dann…
… hat man wohl gerade im befreienden Evangelium geduscht!
Veröffentlicht in Ethik, Reflexion, Religiöses | Schlagworte: WOW, Bahnbrechende Emotionen, grandiose Versuche aufrechten Christseins





